Die Geschichte des HC Fischbach

In der Festschrift des TV Fischbach-Camphausen aus den 20er Jahren ist erwähnt, daß im Jahr 1921 eine Schülerhandballmannschaft gegründet worden ist, deren bester Spieler Edmund Kipper war. Nach den Aussagen früherer Gründungsmitglieder gab es damals auch schon eine aktive Mannschaft. Bildmaterial aus diesen Zeit liegt leider nicht vor. Das Jahr 1921 ist das Geburtsjahr des Handballsportes in Fischbach. Das o.g. Dokument über die Gründung einer Schülermannschaft und die in einem Video von 1986 (Sportarena) festgehaltenen Aussagen der damals noch lebenden Gründungsmitglieder der Handballabteilung im TV, Herbert Zimmer und Alfons Kipper, bezeugen das Geburtsjahr 1921. Die Handballer spielten in den 20er- und 30er-Jahren im Regionalbereich immer eine gute Rolle; man spielte oft mit zwei aktiven Mannschaften und ein bis zwei Jugendmannschaften.

Daß der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, zeigt die Tatsache, daß viele Söhne (und auch schon Enkel ) von Spielern aus den 30er-Jahren die Handballtradition in Fischbach bis auf den heutigen Tag aufrechterhalten haben. Die Namen sind in Fischbach allseits bekannt! Mit Beginn des 2.Weltkrieges im Jahre 1939 gingen auch im Sport langsam die Lichter aus. Einige Spieler waren noch in Wehrmachtsmannschaften aktiv, aber der geregelte Sportbetrieb im Verein war für lange Zeit vorbei. Aber bereits im Frühjahr 1946 streckte auch der Handballsport in Fischbach wieder die Nase über die Grasnarbe. Improvisation hieß das magische Wort!!! Trikots, Hosen, Schuhe, ein Ball (von Ernst Dick aus dem Krieg gerettet) waren irgendwie da. Mit einem Freundschaftsspiel gegen Friedrichsthal ging dann im Rahmen des damaligen Omnisportvereins der Spielbetrieb wieder los (und zeitweilig mit einer Frauenmannschaft). Vor diesem besagten Spiel fragte der Betreuer von Friedrichsthal, Paul Drießler (der kleine Mann ist vielen von uns noch bekannt) unseren Spieler Hans Christ: Gegen wen habt ihr den schon gespielt? Noch gegen Niemanden, antwortete Hans Christ! Das wird für euch eine Katastrophe, murmelte Paul Drießler. Als die Fischbacher dann überlegen siegten, zog Paul Drießler wortlos ab. Von der damaligen Mannschaft leben noch Ernst Dick, Willi Flesch, Ingo Kipper und Hans Christ. Um den Aufbau der Handballabteilung nach dem Krieg kümmerten sich insbesondere Alfred Quirin und Alfons Kipper. Auch Johann (Hänsje) Dörr kämpfte im Vorstand des TV für die Belange der Handballabteilung. Unterstützung finden die Handballer auch bei August Jung, Norbert Kipper, Karl Reiß u.a., und ganz besonders bei den Vereinsvorsitzenden Mathias Braun, Max Scheid, Richard Scheid und Paul Schäfer. Als an den Wiederaufbau des Handballsports in Fischbach ging (1946-47) wurde die Abteilung von Ernst Quirin geführt, der allzu früh Anfang der 50er-Jahre an den Folgen der Gefangenschaft starb. Er hat aber noch erlebt, daß Spieler aus Fischbach, wie Hans Christ und Wolfgang Holzmann in das saarländische Nationalteam berufen wurden, wobei Wolfgang Holzmann unter Verbandstrainer Fritz Spengler Stammspieler war. Ihm folgte dann später Manfred Zart, der aber sehr bald aus beruflichen Gründen zum PSV Saar (Polizeisportverein ) wechselte . Was den damaligen Verbandstrainer Fritz Spengler betrifft, so können die Fischbacher Handballer mit Fug und Recht sagen, daß die Trainingsabende mit ihm immer ein Erlebnis waren und viel zum spielerischen Fortschritt in der damaligen Zeit beigetragen haben. Ende der 40er- und Anfang der 50er-Jahre war der gesamte Spielbetrieb beim damaligen Saarländischen Handballbund (SHB) so in Bewegung, daß die 1.Mannschaft zwar laufend Meisterschaften errang, aber durch dauernde neue Klasseneinteilungen nie richtig aufsteigen konnte. Die Duelle mit dem ASC Dudweiler haften auch noch nach langen Jahren in vieler Gedächtnis. Trotzdem gelang Anfang der 50er-Jahre der Sprung in eine überregionale Klasse, der neben den saarländischen Spitzenteams aus Rheinland-Pfalz wie TS Rodalben, VT und VB Zweibrücken angehörten.

Da zu einem Spiel auch ein Schiedsrichter gehört, muß an dieser Stelle auch unser Sportkamerad Kurt Knobloch genannt werden, der lange Jahre die Pfeife schwang und auch in der Jugendarbeit Akzente setzte. Ab 1950 waren dann Max Scheid , Gustav Jung und längere Zeit (bis 1955) auch Wolfgang Holzmann in der Jugendarbeit tätig. Seit 1957 ist Otmar Kipper in der Verantwortung als Jugendwart. Entscheidend für die goldenen Großfeldzeiten der Fischbacher Handballer in den 60er-Jahren waren dann die Saarlandmeisterschaften der Schüler 1954 (Großfeld) und 1956 (Kleinfeld). Ab 1956 gab es für Jugendliche kein Großfeld mehr. In der Zeit der o.g. Meisterschaften stand schon Alfons Kipper an der Spitze der Handballabteilung, die es bis zum Jahre 1961 geleitet hat. Aus gesundheitlichen Gründen übergab er dann das Zepter an Manfred Zart. 1957 und 1958 wurde die 1.Mannschaft mit Jung und Alt gemischt Meister der Bezirks- und Landesklasse. Im Jahre 1961 wurde endlich das Ziel Oberliga Saar erreicht und zwei Jahre später der glorreiche Aufstieg in die Oberliga Südwest, Gruppe Süd (vergleichbar mit der heutigen Regionalliga Südwest) mit Mannschaften aus der Pfalz und Rheinhessen. Auch in dieser Zeit trugen einige Spieler das saarländische Auswahltrikot (z.B. Eugen Dörr, Gregor Otmar Kipper, Wieland Huwer u.a.) Bis 1968 wurde die Klasse gehalten (in Spitzenspielen kamen bis zu 1000 Zuschauer nach Fischbach) !

1963 übernahm Raimund Schank die Leitung der Handballabteilung und wurde 1977 erster Vorsitzender des neuen HC Fischbach (bis 1988) 1972 ging im Handballverband Saar offiziell die Großfeldzeit zu Ende! 1989 schnürten die alten Großfeld..?... noch einmal die Handballstiefel zu einem Großfeldspiel  als der Vorsitzende des kath. Kirchenchores, Erich Scheidt, die ehemalige Fischbacher  Regionalligamannschaft und die ehemalige Karlsruher Hochschulmannschaft von Ottmar Kipper zu einem Jubiläumsspiel eingeladen hatte. Eingefleischte Großfeldfreunde schwärmen heute noch von diesem Spiel, dessen Ergebnis zweitrangig war. 1972 Großfeld tot, Handball in Fischbach zu Ende, nein!!!

Bereits währen der erfolgreichen Großfeldzeit mischten die Fischbacher Handballer recht erfolgreich im Hallenhandball mit, der mit Riesen schritten an Gewicht gewann. Das große Ziel Oberliga wurde immer mal erreicht, aber nicht lange gehalten bis nach einer Durststrecke 1985 wieder der Aufstieg in die Oberliga gelang! Auch in dieser Mannschaft spielten junge Talente, die durch die lange und erfolgreiche Trainertätigkeit von Werner Dörr (seit 1958) und die gute Jugendbetreuung von Bruno Bühler und Siegfried Trampert neuen Schub in die 1.Mannschaft brachten. Auch die damaligen auswärtigen Spieler (wie Michael Gressges, Joachim Bastian, Heribert Wagner, Roland Kröger, Peter Schorn u.a.) wurden toll integriert. Leider mußte  die Mannschaft nach drei Jahren die Oberliga wieder verlassen, da die Mannschaft auf dem hohen Niveau nicht gehalten werden konnte. 1988 legte Raimund Schank nach einem Vierteljahrhundert erfolgreicher Arbeit den Vereinsvorsitz nieder und konnte einen geordneten Verein an seinen Nachfolger Werner Dörr übergeben! Als Aktiventrainer hat der jetzige 1.Vorsitzende schon eine Zeitlang Schluß gemacht, aber die Kleinsten (Minis und E-Jugend ) kann er nicht lassen. Nach dem Abstieg aus der Oberliga Ende der 80er-Jahre spielte die 1.Mannschaft  in der Verbandsliga West zwar immer vorne mit, aber der neuerliche Aufstieg gelang erst wieder in der Saison 1996/97 mit Trainer Guido Esseln und den Verstärkungen aus Friedrichsthal-Bildstock.

Mit viel Optimismus gingen wir in die neue Saison 1997/98, mit dem neuen Trainer Bernd Jolly, dem Mädchen für alles, Heinz Bender und unserem Sekretär Otto Sue. Jetzt ist es auch an der Zeit, einmal von unserer 2.Mannschaft zu reden, die über Jahre ebenfalls eine gute Klinge geschlagen hat. Die Oldies haben es sogar geschafft, in der Saison 1996/97 in die Saarliga West aufzusteigen und ihren Nachfolgern, einer ganz jungen Mannschaft (damalige Fischbacher- Quierschieder- und Dudweiler-Jugendspieler) eine passende sportliche Ebene zu hinterlassen.

Die  3.Mannschaft hat zwar in der Saison 1996/97 keine Meisterschaft errungen, trotzdem stieg sie als Tabellendritter in die A-Klasse auf und in der Saison 98/99 in die Bezirksklasse.

Ja, dann gibt es seit einigen Jahren wieder Frauenhandball in Fischbach, eine feste Größe, die aus dem HC nicht mehr wegzudenken ist. Saison 1996/97  Aufstieg der Frauen in die Verbandsliga Saar mit Trainer Peter Kipper. Die aktiven Spielerinnen Heidi Fuchs und Doris Huwig als Trainerinnen spielten mit ihren Mädchenteams (A-und C-Jugend) in der Oberliga und wurden unterstützt von Günter und Antje Dörr. Beide Mannschaften spielten auch 1997/98 in der Oberliga, wobei in der A-Jugend Antje Dörr das Traineramt übernommen hat.

Die 1. Herrenmannschaft etablierte sich mit Bernd Jolly als Trainer in den kommenden Jahren in der Oberliga und roch in der Saison 2000 und 2001 sogar am Aufstieg in die Regionalliga. Leider konnte man in der Folgezeit die Erfolge nicht halten, da uns finanzstärkere Vereine gute Spieler abgeworben hatten, so dass man im Jahre 2004 wieder zurück in die Verbandsliga mußte. Da zu dieser Zeit eine gute A-Jugend zur Verfügung stand, nutzte der HC die Situation, die Mannschaft zu verjüngen. Die jungen Spieler hatten sich in der darauffolgenden Saison unter Trainer Achim Hauswirth hervorragend verkauft und wurden 6. Die Entwicklung wurde zwar etwas gebremst, als der Trainer während der letzten Saison aus persönlichen Gründen aufhören mußte, mit der Verpflichtung des Ex-Bundesligaspielers Marco Recktenwald als Trainer entwickelt sich die Mannschaft prächtig weiter.

Ähnliche Berg- und Talfahrten machte in den letzten Jahren auch die Frauenabteilung. Nach dem Aufstieg in die Verbandsliga wurde Peter Kipper mit der Frauenmannschaft zweimal 2. und entschloß sich, nach 9 Jahren und 3 Aufstiegen aus der Bezirksliga bis in die Verbandsliga, das Zepter an einen neuen Trainer weiterzugeben, der den fehlenden Platz gutmachen konnte. Peter Kipper war 2 Jahre zuvor als Spieler mit Trainer Guido Esseln aufgestiegen, also müsse er das auch mit den Frauen schaffen. Gesagt getan, Guido Esseln wurde Trainer und nach der Saison Meister!

Leider konnte Guido durch berufliche Veränderungen nicht weitermachen, doch mit Fritz Erbelding verpflichtete der HC im Anschluß einen weiteren Glückstreffer. Fritz arbeitete nmit der Mannschaft 3 Jahre in der neu gegründeten RPS-Oberliga, eine überregionale Liga aus Saarland, Rheinland-Pfalz und Rheinhessen, und stand 2004 vor dem Aufstieg zur Regionalliga, der allerdings am letzten Spieltag verspielt wurde. Durch Veränderungen in 2005 und einen schlechten Saisonverlauf mit vielen Verletzten, stieg die Mannschaft aber leider höchst unglücklich wieder in die Saarlandliga ab.

Fritz Erbelding entschied sich als Trainer schweren Herzens für den doch reizvollen Wechsel zum Regionalligisten Neunkirchen. Nach einer unglücklichen Vorbereitung und 5 sieglosen Spielen zu Saisonbeginn mussten wir uns bereits wieder vom neuen Trainer Frank Gentes trennen und Peter Kipper übernahm für einige Wochen übergangsweise die Mannschaft. Mit 11:1 Punkten aus den 6 Sielen war die Mannschaft wieder in ruhigerem Fahrwasser. Bis zum Saisonende übernahm dann Peter Schweitzer die Mannschaft, bevor Christian Czernickiewitz als Trainer von der 2. zur 1. Mannschaft wechselte.

2001 gründete der HC zusammen mit dem ASC Quierschied eine Partnerschaft im Jugendbereich - die Jugendspielgemeinschaft Quierschied-Fischbach. In den letzten Jahren konnten die beiden Vereine dadurch ihre angesehene Jugendarbeit fortführen. Sowohl im männlichen, wie auch im weiblichen Bereich konnten wir fast alle Altersklassen bestücken. Zum Prunkstück hat sich in den letzten Jahren die Mannschaft um Dieter Wacker herausgebildet. Mit einer großen Gruppe über 3-4 Jahrgänge hat in einem nachahmenswürdigen Modell, 2 Jahrgänge mit überschneidenden Spielern über die Jahre bis in die höchste Jugend-Spielklasse geführt. Im Jahre 2007 spielt sowohl die A- wie auch B-Jugend in der Regionalliga. Gleichzeitig ist Dieter Wacker seit 2007 Head-Coach im weibl. Bereich und trainiert mit seinem Trainerstab B- und A-Jugend, wie auch die 1. Damenmannschaft, um Integrations- und Symbioseeffekte zu nutzen.

Um diese Erfolgsspur weiter zu beschreiten und die Ausbildungseffekte für alle zu nutzen, verhandeln die beiden Vereine HC Fischbach und ASC Quierschied akztuell über eine noch engere Zusammenarbeit.
 




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